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Warum Lachen
gesund und glücklich macht
Die Medizin
ist kostenlos und frei von Nebenwirkungen: Lachen ist gesund –
das beweisen immer mehr Studien. Mit einem kurzen "Haha Hihi"
ist es jedoch nicht getan. Je länger und je öfter man lacht,
desto intensiver sind die Effekte - und die sind erstaunlich
heilsam.
Lach-Yoga
Training in Hamburg: Robert Butt übt das Löwen-Lachen. Insgesamt
gibt es rund 50 Lachübungen mit absurden Namen wie
Rasenmäher-Lachen oder Handy-Lach.
Gelotologie
nennt sich das neue Fachgebiet, das die Auswirkungen des Lachens
auf die körperliche und psychische Gesundheit untersucht. Wer
jedoch heilsame Wirkung des Lachens nutzen will, muss bewusst
Reize suchen, die zum Lachen anregen.
Glückliche Paare werden
seltener herzkrank
„Es gibt sehr
unterschiedliche Anregungsarten“, erläutert Michaela Schäffner,
Vorsitzende des Verbandes Deutscher Lachtherapeuten in München.
Sie unterscheidet verschiedene Kategorien: emotionale Anregung
durch positive Grundstimmung etwa im Urlaub oder bei schönen
Erinnerungen, kognitive Anregung zum Beispiel durch einen Witz
oder eine Situationskomik sowie motorische Anregung durch
Kitzeln. „Sowohl bei der kognitiven als auch bei der motorischen
Anregung ist der Überraschungseffekt, das Kontrasterlebnis
entscheidend. Deshalb brauche ich hier auch immer eine
kommunikative Situation“, sagt die Lach-Yoga-Therapeutin.
Mehr als hundert Muskeln sind
beteiligt
Wenn das
Gehirn einen solchen anregenden Reiz empfängt, löst es das
eigene Lachen aus. Und das ist körperliche Schwerstarbeit.
„Dabei sind insgesamt über hundert Muskeln beteiligt – von der
Gesichtsmuskulatur bis zur Atemmuskulatur“, erklärt Prof.
Carsten Niemitz, Leiter des Instituts für Humanbiologie und
Anthropologie an der Freien Universität Berlin. „Bei vollem
Lachen wird der ganze Körper erfasst: Der Kopf wird bewegt, der
Körper biegt und krümmt sich. Der Fachmann nennt dies
Generalisierung.“
Dabei wird
deutlich tiefer geatmet als sonst. Das wirkt sich im ganzen
Körper aus: „Die Körperzellen werden mit mehr Sauerstoff
versorgt und die Bronchien durchlüftet, Verbrennungsvorgänge
befördert, Muskeln entspannt sowie Herz und Kreislauf angeregt“,
sagt Michael Titze, Dozent am Märkischen Institut für
Psychotherapie in Baruth/Mark (Brandenburg).
Gleichzeitig
unterstützt Lachen Heilungsprozesse im Körper. So bremst
beispielsweise das Gehirn beim Lachen die Produktion von
Stresshormonen wie Adrenalin und Kortison. Anspannung und Stress
werden wie durch ein Sicherheitsventil abgelassen.
Und: „Beim
Lachen wird verstärkt Serotonin ausgeschüttet. Dies wird
plakativ auch als Glückshormon bezeichnet. Wer viel lacht, fühlt
sich also besser“, sagt Humanbiologe Niemitz. Menschen, die
unter Depressionen leiden, könnten gezieltes Lachen
gewissermaßen zur Selbstmedikation nutzen.
Entsprechend
wird in einigen medizinischen Bereichen gezielt Erheiterung als
Therapie eingesetzt: Bei Demenzkranken hat sich der Einsatz
lustiger Besucher bewährt. Und in Krankenhäusern besuchen
Klinik-Clowns Schwerstkranke und sorgen für heilsame Ablenkung.
Aktivierung
von T-Lymphozyten und Gamma-Interferon
Dort können
auch weitere positive Effekte des Lachens zur Geltung kommen.
Untersuchungen aus den USA lassen vermuten, dass Lachen die
Immunabwehr stärkt: Es aktiviert offenbar körpereigene
Mechanismen wie die T-Lymphozyten, die bei der Abwehr von Krebs
von Bedeutung sind, sowie Gamma-Interferon, welches eine
Vermehrung von Tumorzellen reduzieren kann. Auch wenn die
letzten wissenschaftlichen Beweise noch ausstehen: „Die
klinischen Alltags Erfahrungen summieren sich so, dass man sie
glauben kann und diese Chance auf jeden Fall nutzen sollte“,
sagt Niemitz.
Neben allen
physiologischen verdienen auch die psychologischen
Wirkungsweisen des Lachens Beachtung. „Gemeinsames Lachen zum
Beispiel nach einem Sieg bei einem sportlichen Ereignis ist ein
wichtiges Signal der Verbundenheit“, sagt Psychotherapeut Titze.
„Außerdem ist Lachen ein Schmiermittel für die Kommunikation.“
Schlagworte
Medizin
Gesundheit Lachen Heilung Effekte Studien
Fröhliches
Begrüßungslachen öffnet Türen. Verlegendes Lachen lässt Fehler
oder Unsicherheiten weniger schwer wiegen. Entschuldigendes
Lachen hilft, Missstimmungen aus der Welt zu schaffen.
Solche
Anlässe warten nur darauf, genutzt zu werden. Darüber hinaus
können jedoch auch gezielt Anregungen gesucht werden. Zuhause
tragen lustige Filme oder humorvolle Lektüre genauso zur
Erheiterung bei wie Lach-Übungen vor dem Spiegel im Badezimmer.
„Es gibt sogar Kassetten mit Lachgeräuschen zu kaufen, mit denen
man sich auf der Couch berieseln lassen kann“, schlägt Titze
vor.
Eine gute
Möglichkeit, Lachen zu trainieren, sind Treffen in einem
regionalen Lachclub oder Lach-Seminare. Hier werden durchaus
nicht nur Witze erzählt. Man muss auch nicht besonders humorvoll
sein, um hier mitzulachen. Einzige Voraussetzung ist der Wille
zum Lachen. „Beim Lach-Yoga wird zunächst mit diversen
spielerischen Übungen die Lachmuskulatur aktiviert“, erläutert
Michaela Schäffner, Vorsitzende des Verbandes Deutscher
Lachtherapeuten in München. Zu den Übungen gehören Geräusche,
Mimik und Körperbewegungen genauso wie Atemtechniken und
Zwerchfellstimulationen.
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